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Biografie

papamumitisch.JPG
Mit Mutti in Kitzbühl

Mit dieser ganz persönlichen, etwas satirische Homepage beschreibe ich das, was mir in meinem Leben wichtig war und ist!

Meine Kindheit im Krieg
Am 15. Oktober 1938 bin ich in Hamburg geboren. An einem Sonntag. Ein Jahr vor Beginn des 2. Weltkrieges. Mehr weiß ich leider über diesen Tag auch nicht zu berichten. Hat vielleicht die Sonne geschienen oder war es eher ein stürmischer Hamburger Herbsttag gewesen, als meine Mutter mich das allererste Mal im Arm trug.

Meine ersten Erinnerungen beginnen erst in der Zeit, wo ich mit meiner Mutter und Großmutter in Kitzbühl war. Das Frühstücken an einem großen Tisch direkt unter einem schattigen Apfelbaum, die vielen Schnecken auf der Holztreppe vor dem Bauernhaus oder der große Teich, den ich nie alleine besuchen durfte, mit den vielen Enten.

Irgendwann in dieser Zeit bekam ich von meinem Vater den Teddy geschenkt, der mich dann ein ganzes Leben lang begleitet hat und noch heute auf meinem Sofa sitzt.

Furchtbar war die Kriegszeit in Hamburg gewesen. Die vielen Nächte, wo wir während der Bombenangriffe in den Bunkern oder in den Luftschutzkellern saßen, werde ich nie vergessen. Diese Erinnerungen sind erlebte Bilder und Gefühle zugleich, die mich sehr geprägt haben.

In einer Weihnachtserzählung habe ich diese Zeit beschrieben:

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Weihnachten im Krieg!

Wie war das wohl, mein allererstes Weihnachten, das möchte ich zu gerne mal wissen aber ich kann mich an nichts mehr erinnern und meine Mutter hatte mir auch nie etwas davon erzählt.

An sich auch kein Wunder, denn wahrscheinlich lag ich als ein etwas zu früh geborener Säugling noch im Krankenhaus, damals im Oktober 1938 und im folgenden Dezember war ich dann also erst 8 Wochen alt. Viel zu jung, um die Welt schon entdecken zu können. Es muss wohl erst 1942 gewesen sein, als ich das erste Mal ganz bewusst den Heiligen Abend erlebt habe. Es war das vierte Weihnachten für mich im Krieg! Aber dazu später mehr!

Aus dieser Zeit meiner frühesten Kindheit gibt es noch einige Momente, an die ich mich noch sehr gut erinnern kann. Kleine Augenblicke, gespeichert und jederzeit abrufbereit. Komisch.

So weiß ich zum Beispiel noch ganz genau wie das war, wenn beim Fliegeralarm, nachts die Sirenen heulten, meine Mutter mich dann aufweckte, eiligst anzog und wir dann so schnell es ging mit den notwendigsten Dingen zum nächsten Bunker geflüchtet sind. Überall waren die Lichter aus, so das es draußen ziemlich dunkel war. Nirgends schien aus Sicherheitsgründen eine Laterne oder Taschenlampe. Ich hätte so gerne in diesen Nächten weiter geschlafen, aber das ging nun mal ganz einfach nicht.

Mit meinen kleinen Trippelschritten und übermüde habe ich auf dem Weg kaum mithalten können. Um nicht so viel Zeit zu verlieren, nahm meine Mutter mich dann meistens noch auf ihren Arm, denn das Sirenengeheul bedeutete auch, das die Flugzeuge ungefähr 20 Minuten später über der Stadt sein würden, um dann ihre Bomben abzuwerfen!

In diesen Nächten musste meine Mutter jedesmal in ein paar Minuten die Entscheidung treffen, entweder raus auf die Straße, mit mir zum Bunker rennen oder lieber doch im Haus zu bleiben und im

Keller Unterschlupf zu suchen, was sicherlich viel bequemer aber dafür als Schutz längst nicht so sicher war. Übrigens, In der Wohnung zu bleiben, das war laut Anordnung strengstens untersagt.

Zum Glück hat meine Mutter in all den Jahren jedes Mal die richtige Entscheidung getroffen, denn wir haben den Krieg überlebt!

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Bei diesen nächtlichen Läufen zum Bunker trug meine Mutter in der linken Hand immer einen kleinen Koffer mit ein paar Habseligkeiten. Sie hat diesen vorsichtshalber immer am Bett griffbereit abgestellt und so trug auch ich jedesmal das Wichtigste bei mir, nämlich meinen geliebten Teddy, den ich fest in meinen Arm hielt und der nun, obwohl ich längst erwachsen geworden bin, auf meinem Sofa,einen Ehrenplatz bekommen hat. Er gehört jetzt seit 64 Jahren zu meinem Leben, was mir und das möchte ich ausdrücklich betonen, überhaupt nicht peinlich ist!

Wenn wir also dann am Bunker abgehetzt angekommen waren, wurden wir sogleich von einem Türwachmann reingelassen, der nichts anderes tat, als diese, nach wilden Klopfbegehren immer auf und danach wieder fest zuzusperren. Drinnen angekommen, suchte meine Mutter dann für uns einen Raum aus, wo noch ein wenig Platz auf einer Holzpritsche für uns frei war. Wenn aber alle Räume überfüllt schienen, was meistens vorkam, dann rückten jedesmal einige enger zusammen, so dass auch wir uns endlich dazwischen setzen konnten. Es gab natürlich keine Fenster und es gab auch keine Heizung, was im Winter gar nicht so auffiel, denn die zahlreichen Menschen erzeugten eine

eigene Wärme. Die dämmrigen Notbeleuchtungen, welche die kahlen, hohen und dicken Gemäuer und zugleich die ängstlichen Gesichter der Insassen beschienen, gingen mal aus und dann wieder an. Ein ständiges Flackern war das. Immer waren es Frauen, Kinder und Alte, die mit einigen wenigen Haustieren dicht zusammen kauerten. Wir haben alle eine Art Schicksalsgemeinschaft gebildet.

Es wurde immer nur geflüstert! Zum Einen, weil die Kinder im Schoß der Mütter nicht wieder aufgeweckt werden sollten und zum Anderen, weil man ganz einfach Angst hatte, irgendwie doch vielleicht in diesem Versteck entdeckt zu werden. Immer wieder wurde nach draußen gehorcht, ob vielleicht schon in der Nähe irgendwo eine Bombe eingeschlagen war! Obwohl ich nicht viel von all

dem seltsamen Verhalten der Erwachsenen verstand, spürte ich aber doch instinktiv jedes Mal die große unheimliche Gefahr, in der wir uns befanden.

“In so einem Bunker sind wir schon am sichersten aufgehoben”, meinte irgendwann mal ein älterer Mann, “und so lange die Tiere ruhig sind, brauchen wir ohnehin keine Angst zu haben, die haben nämlich alle ein Gespür für Gefahren!” Das war natürlich beruhigend zu hören und seit dem wurden die Tiere dann ganz besonders intensiv beobachtet. Man war richtig beruhigt, wenn diese nur so dahin dösten. Wehe aber ein Kanarienvogel fing plötzlich mal an zu piepsen oder ein Hund bellte irgendwo im Schlaf durch die Stille.

Wenn das zweite Mal in der Nacht die Sirenen nach gut 4 bis 5 Stunden über ganz Hamburg mit einem lang gezogenen Ton heulten, konnten wir endlich wieder nach Hause wandern. Die Flugzeuge waren dann wieder gen Heimat geflogen, das heißt, alle Bomben waren abgeworfen worden. Beim Nachhauseweg flimmerten jedes mal helle Lichter über den Dächern der Stadt. Irgendwie sah das fast malerisch, unwirklich aus, aber es war das untrügliche Zeichen, dass dort mal wieder ganz real irgendwelche Häuser brannten.

brannten.

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www.hwrs-seefaelle.de

 

Nach so einem Ereignis und davon gab es sehr viele in diesen Jahren konnte ich es kaum erwarten, wieder ins große gemeinsamen Bett zu kuscheln, in dem meine Mutter in den kalten Winternächten immer zwei vom Ofen erwärmte und in eine Zeitung gehüllte Ziegelsteine für uns am Fußende unter die Decke gelegt hatte.

Es war jedesmal mollig warm und ich spürte dann so etwas wie ein bisschen Ruhe und Geborgenheit. Manchmal erzählte meine Mutter mir dann noch vor dem Einschlafen schnell meine Lieblingsgeschichte, die ich an sich längst auswendig konnte aber weil sie so schön war, immer wieder gerne hören wollte! Es war die Geschichte vom Frieden! Also eine Art Science Fiktion Geschichte für mich, denn ich kannte bisher nur den Krieg!

Meine Mutter fing dann meistens damit an zu erzählen, wie schön es damals war, als sie so alt war wie ich, also bevor der Krieg begann, um dann aber gleich mit mir gemeinsam von der Zukunft zu träumen! “Ganz sicher, sagte sie, “werden sich die Menschen wieder eines Tages einigermaßen vertragen, werden wir ausschlafen können, keine Angst mehr vor Bomben haben müssen und die schönsten Spielsachen und Süßigkeiten in den Schaufenstern der kleinen Läden bewundern können!

Und so sehnte ich jedesmal, ganz schnell noch, bevor der Sandmann kam, den Frieden herbei! –

3 schlimme Jahre mussten wir allerdings noch darauf warten und in dieser Zeit wurden wir zwei Mal ausgebombt. Das heißt: als wir den Bunker nachts verließen und an jenen beiden schicksalhaften Tagen und in den Straßen ankamen, in dem jeweils das Haus hätte stehen müssen, in dem wir wohnten, da war es ganz einfach nicht mehr da. In wenigen Minuten war alles futsch! Möbel, Bücher, Fotos, Briefe, alles verbrannt! Aber mit unserem ersten Schreck kam zugleich immer die Erleichterung, nämlich die Gewissheit, mal wieder überlebt zu haben und das war schließlich das aller Wichtigste.

Einmal war das Ereignis in Wandsbek und zum Anderen in der Sierichstraße gewesen. Nach dem ersten Schreck galt es dann so schnell es ging, zu meinen Großeltern zu Fuß zu gelangen, was unter diesen Umständen gar nicht so einfach gewesen war.

Ich weiß noch, dass wir manchmal unterwegs von fremden Menschen angesprochen wurden, weil wir sehr oft auf unserem Wege übermüde mitten auf der Straße ausruhen mussten! Ich seh diese Bilder noch genau vor mir! Überall war Feuer und Rauch und dazwischen schreienden und weinende Menschen, die anscheinend ihre Angehörigen verloren hatten und diese nun verzweifelt in den Trümmern suchten. Manchmal begegneten uns auch sehr schweigsame Menschen, die anscheinend hoffnungslos und ziellos durch die Stadt irrten! Hin und wieder sahen wir einen Menschen regungslos auf der Straße liegen. Einfach so. “Mutti, schläft der?” “Ja, der schläft!”

Erst am nächsten Tag erreichten wir dann jedes Mal übermüde das Haus in der Husumer Straße, in der meine Oma und Opa wohnten. Die Freude uns dann heil und unversehrt allesamt wieder zu sehn, war natürlich immer sehr groß und wir hofften danach jedesmal, dass es in dieser Nacht ruhig bleiben würde, denn der nächste Bunker wäre ziemlich weit weg gewesen, so dass wir bei einem erneuten Fliegerangriff, in den nicht so sicheren Hauskeller hätten gehen müssen!

Ob wir in jenen Tagen endlich ausschlafen konnten, das weiß ich nicht mehr, aber diese fürchterlichen sehr kleinen Keller, die wie Käfige waren, aus dem es im Notfall keinen Entrinnen gegeben hätte, die hab ich noch heute in der Erinnerung, und das merke ich dann besonders , wenn ich mich auch heute mal wieder in so einem alten Keller befinde. –

Aber ich, will ja von dem Weihnachtsabend 1942 erzählen, als ich 4 Jahre alt war. An dem ersten, an dem ich mich erinnern kann! An diesem Heiligen Abend wurden glaube ich keine Angriffsflüge aus

England geflogen, also keine Bomben auf Hamburg geworfen. Alle feierten in ganz Europa, für 3 Tage das Fest der Liebe, und so fühlten auch wir in dieser Nacht, ein Hauch von Frieden und von Glück! -

Wir wohnten nahe der Alster in der Agnestraße. Ich kann zum Beispiel noch, das große Zimmer ziemlich genau beschreiben. Es war ein sogenanntes hochherrschaftliches Haus. Unten war die große Küche, wo sonst die Bediensteten arbeiteten und in den drei Stockwerke darüber wohnten dann die vornehmen Herrschaften. Im Krieg war es aber ganz anders und als hochherrschaftlich empfanden wir uns ohnehin nie, weder im Krieg noch im Frieden!

Zu unserer Köchin hatten wir ohnehin immer ein besonders freundschaftliches Verhältnis und so gehörte sie bis in die 60er Jahre zu unserer Familie. Die Menschen, ob arm oder reich, waren damals fast alle in der selben Situation, sie fürchteten um ihr Leben, sie wünschten sich den Frieden herbei, sie machten sich Sorgen um ihre Angehörigen, sie wollten nicht verhungern oder verdursten und sie brauchten alle einen warmen Platz zum Schlafen. Richtig arm, waren in diesen Jahren Alle, die jemanden verloren hatten, die jemanden vermissten, die allein waren, nichts zu essen hatten oder auch einsam oder krank waren. Notwendige Medikamente gab es kaum. Das Geld war wertlos geworden und viele die es konnten, haben ihren Schmuck, Ihre kleinen und großen

Erinnerrungsstücke bei denen, gegen ein bisschen Essen eingetauscht, welche die wirklich Reichen waren in dieser Zeit, die Bauern. Sie bestimmten somit den den Wert einer Sache und den Preis! So war ein goldener Ehering, ein kleines Gemälde, ein Fotoapparat, nur noch eine Kanne Milch, ein Stück Speck, ein paar Eier oder ein Sack Kartoffeln wert.

Es gab natürlich auch nette Bauern. Von einem, der in der Lüneburger Heide lebte,will ich später berichten. Wir hatten damals eine abgeschlossenen Wohnung im zweiten Stock des Hauses

behalten. Der kleine Fahrstuhl, welcher sonst das Essen beförderte, war still gelegt, obwohl ich zu gerne mit Ihm mal ganz nach unten und wieder hoch gefahren wäre. Ob ich mich allerdings wirklich getraut hätte, diese Frage stellte sich zum Glück nie.

 

Obwohl wir damals 5 1/2 Zimmer hatten, war der große Raum zum Garten hin, zugleich unser Wohn - Schlaf und Kinderzimmer. Und zwar deswegen, weil wir hier unseren eisernen Ofen stehen hatten. Jeden morgen durfte ich schon alleine das Feuer mit ein bisschen Spanholz anzünden, so wie auch an jenem Tage, wo alles irgendwie ganz anders schien als sonst! Es war irgend wie besonderer Tag!

Nachmittags guckte ich lange aus den großen Fenstern in den Garten hinaus, obwohl es da nicht viel zu sehen gab. Die großen alten Bäumen standen wie erstarrt und die weißen Schneeflocken, die so langsam an diesem Nachmittag fast tröstlich aus dem Himmel fielen, bedeckten alles Schlafende mit einer weißen und weichen Decke. Es muss sehr sehr kalt sein da draußen, dachte ich. Der Wind pfiff bedrohlich durch die Zweige und die frühe Dämmerung schien jetzt alles wie ein Zaubermantel zu umhüllen.

Auf dem brennenden Ofen, siedete schon eine geraume Zeit lang ein großer Topf mit Wasser. Es war bestimmt schon der Dritte, denn meine Mutter füllte heute damit eine kleine Wanne, die dicht am Ofen stand. Das bedeutete, dass ich heute ein kleines Bad nehmen durfte.Es war alles herrlich warm im Zimmer, nicht so wie in den anderen Räumen, wo sich schon manchmal große Eiszapfen gebildet hatten. Jetzt fielen mir auch die Tannenzweige in der großen Vase auf und den Stern aus Papier, den wir gestern noch gebastelt hatten und der jetzt an der grünen Tannenzweigspitze mit einer roten Schleife angebunden war. Vom eigentlichen Weihnachtsmann hatte meine Mutter mir bisher noch nichts erzählt gehabt, darum habe ich bestimmt bei Ihrer ersten Beschreibung den Mund vor Staunen nicht mehr zu bekommen und mir vor Aufregung beim Baden fast den Po verbrannt. Das weiß ich noch ganz genau.

Die Schmerzen waren dabei trotzdem nicht so wichtig, wie die Vorstellung, dass der Weihnachtsmann, wie meine Mutter mir hoch und heilig versicherte,vielleicht vorbeigucken würde, um mir ein Geschenk zu überreichen und ein Gedicht von mir abzuhören. Ich stellte mir augenblicklich seinen großen weißen Bart vor, wie er sich dann zu mir runter beugen würde, mit dem gewaltigen roten Mantel, der Zipfelmütze, und dem Sack mit den Geschenken und wie er mich dann sicher fragen würde, ob ich denn ein Gedicht für ihn aufsagen könnte und seit dem war ich auf einmal nicht mehr so sicher, ob ich mich nun auf sein Erscheinen freuen oder fürchten sollte.

“Lieber guter Weihnachtsmann, schau mich nicht so böse an, ich will auch immer artig sein!” das müsste ihn doch auf jeden Fall friedlich stimmen, dachte ich?

Die Rute, welche ja auch in den Fersen vorkam, hatte meine Mutter damals nicht erwähnt, denn unartige Kinder gab es zu dieser Zeit nicht, unartig, das waren höchst einige Erwachsene. - Es duftete nach Holz, das im Ofen knisterte und herrlich gerösteten Haferflocken, die meine Mutter am Mittag mit etwas Fett und Zucker zubereitet hatte. Es war damals etwas ganz Besonderes! Der Weihnachtsmann kam dann zum Glück doch nicht, dafür aber meine Großeltern. Es muss damals ordentlich geschneit haben, denn besonders mein Opa hatte an seinen Schuhen und an seiner Hose sehr,sehr viel Schnee gehabt und diese versuchte erst einmal vor der Tür ordentlich abzubürsten.

 

Ein Geschenke hatte ich auch noch bekommen. Es lag auf einmal ganz überraschend unter dem Stern, gerade neben der Vase, die auf dem kleinen Kacheltisch stand, der bei mir übrigens heute ausgedient auf dem Dachboden steht. Es war das Bilderbuch “Jepkes Insel” das später verloren ging und das ich als Neuauflage auf einem Basar erst 60 Jahre später wieder entdeckt hatte und das nun einen besonderen Platz in meinem Bücherschrank hat. Ja und dann hatte ich das erste Mal in meinem Leben ein kleines Stück Schokolade bekommen. Meine Oma und mein Opa hatten es mitgebracht.

Es war, wie sie erzählten, in einem kleinen Schrank ihres Sohnes, der damals als Soldat eingezogen war, in einer Dose versteckt gewesen. Und so guckte ich immer wieder mein neues Buch an, bewunderte die Bilder mit der riesengroßen Schildkröte, die wie eine kleine Insel auf dem Wasser lag und auf welcher der kleine Junge Jepkes ahnungslos gestrandet war und dabei lutschte ich genüsslich mein erstes Stück Schokolade. -

Am nächsten morgen guckte ich dann wieder aus dem Fenster. Alles war so, wie am vorigen Tag, die großen Bäume standen noch immer in ihrem Winterschlaf, genau wie die kleine Tanne in ihrem weißen Mantel, nur der Wind war nicht mehr zu hören.

 

Die Sonne schien und im glitzerten Schnee sah ich etwas Eigenartiges, das ich gestern noch nicht bemerkt hatte, es waren ziemlich große Fußspuren! Wer oder was kann das gewesen sein? “Wo sind jetzt die kleinen Häschen und die Eichhörnchen?” fragte ich nach einer Weile meine Mutter. “Die sind alle bestimmt längst in den Wald gezogen und haben es sich da gemütlich gemacht, warum fragst Du?””Guck mal da draußen, die Spuren im Schnee!”

Meine Mutter ging zum Fenster und guckte raus, nahm mich dann in den Arm und sagte:”Ich glaube, ich weiß, wer das war, und dann lächelte sie geheimnisvoll! “Könnte das vielleicht der Weihnachtsmann gewesen sein, der mir das schöne Buch geschenkt hat?” fragte ich dann nach einer Weile. Ja, sagte meine Mutter, ich glaube, er könnte es gewesen sein!”

Fortsetzung folgt.

Michael Stinnes