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Archive für Oktober 2008
Lyrik
27.10.2008 von michael.

Francesco: Der Kuss
www.verben.texttheater.de
Der Kuss
Es regnet - doch sie merkt es kaum,
weil noch ihr Herz vor Glück erzittert:
Im Kuß versank die Welt im Traum.
Ihr Kleid ist naß und ganz zerknittert
und so verächtlich hochgeschoben,
als wären ihre Knie für alle da.
Ein Regentropfen, der zu Nichts zerstoben,
der hat gesehn, was niemand sonst noch sah.
So tief hat sie noch nie gefühlt -
so sinnlos selig müssen Tiere sein!
Ihr Haar ist wie zu einem Heiligenschein zerwühlt
Laternen spinnen sich drin ein.
Wolfgang Borchert
Abendlich tönet Gesang
Abendlich tönet Gesang ferner Glocken
lächelnd versinkt voll Frühling ein Tag.
Über das eigene Lied scheu erschrocken,
verstummte die Amsel mitten im Schlag.
Und in dem Regen, der nun begann,
fing leise die Erde zu atmen an.
Wolfgang Borchert
Abschied
Laß mir deinen Rosenmund
noch für einen Kuß.
Draußen weiß ein ferner Hund,
daß ich weiter muß.
Laß mir deinen hellen Schoß
noch für ein Gebet.
Mach mich aller Schmerzen los!
- horch, der Seewind weht.
Laß mir noch dein weiches Haar
schnell für diesen Traum:
Daß dein Lieben Liebe war -
laß mir diesen Traum!
Wolfgang Borchert
Ich liebe Dich
Ich liebe dich, ich treibe Kinderpossen,
Du lächelst nur, was dir so reizend läßt;
Ist denn das Märchenreich, das uns umschlossen,
Der Kindheit letzter, wunderbarer Rest?
T.Storm
Geheime Träume
Es ist ein Meer von Blütenduft,
Verlangen und Begehren,
ein Lächeln Sommer warm.
und voller Melodien.
Du glaubst Dich trunken,
fast benommen,
nun ist der Augenblick
der uns gefangen hält
unweigerlich gekommen.
Noch wehrst Du Dich
am Anbeginn.
Dann gibst Du Dich,
nach einem Kuss
ganz langsam windend
und mit Lust,
unseren geheimen Träumen hin.
Es beginnt ein Liebesspiel,
das flackernd immer wieder
seine Macht beweist,
in dem es lustvoll fordernd
durch das Dunkel
unserer Sinne kreist,
sich vor dem Lichte
einer Kerze schamvoll neigt
mal ruht, mal schreit
genießt und manchmal
mit uns selber schweigt.
Bis dann am End` der Mond
so ganz verschwiegen
und vertraut
durch seidene Gardinen
noch einmal
nach uns schaut,
wie wir im Schlaf
mit einem Lächeln
eng umschlungen liegen.
Ein letztes Mal
wird meine Hand
vorsichtig durch Deine Haare weh´n,
dann ist ein Frieden um uns rum,
der bleibt, als wäre nichts gescheh`n.
Michael Stinnes 20 Mai 2006

Emil Nolde
www.artroots.com
Am Meer
Hat Dich der Wind erschreckt?
Fühlst Du wie die Nacht
Dich streichelt! -
Hör nur, das Meer, wie es
beginnt zu toben.
Es schwillt der Sturm
und bohrt sich jauchzend
in die Wogen!
Michael Stinnes
Bei Nacht
Nachts, wenn das Meer mich wiegt
Und bleicher Sternenglanz
Auf seinen weiten Wellen liegt,
Dann löse ich mich ganz
von allem Tun und aller Liebe los
und stehe still und atme bloß
allein, allein vom Meer gewiegt,
das still und kalt mit tausend Lichtern liegt.
Dann muss ich meiner Freunde denken
und meinen Blick in ihre Blicke senken,
und frage jeden still allein:
Bist du noch mein?
Ist dir mein Leid ein Leid? Mein Tod ein Tod?
Fühlst Du von meiner Liebe, in meiner Not
nur einen Hauch, nur einen Widerhall?
Und ruhig blickt und schweigt das Meer
Und lächelt: Nein.
Und nirgendwo kommt Gruß und Antwort her.
Hermann Hesse

Otto Mueller www.bela1996.de
Abends
Abends gehen die Liebespaare
Langsam durch das Feld,
Frauen lösen ihre Haare,
Händler zählen Geld,
Bürger lesen bang das Neuste
In dem Abendblatt,
Kinder ballen kleine Fäuste,
Schlafen tief und satt.
Jeder tut das einzig Wahre,
Folgt erhabner Pflicht,
Säugling, Bürger, Liebespaare —
und ich selber nicht?
Doch! Auch meiner Abendraten,
Deren Sklav’ ich bin,
Kann der Weltgeist nicht entraten,
Sie auch haben Sinn.
Und so geh ich auf und nieder,
Tanze innerlich,
Summe dumme Gassenlieder,
Lobe Gott und mich.-
Trinke Wein und phantasiere,
Daß ich Pascha wär,
Fühle Sorgen an der Niere,
Lächle, trinke mehr,
Sage ja zu meinem Herzen
(Morgens geht es nicht),
Spinne aus vergangenen Schmerzen
Spielend ein Gedicht,
Sehe Mond und Sterne kreisen,
Ahne ihren Sinn,
Fühle mich mit ihnen reisen
Einerlei wohin.
H. Hesse
Abendgespräch
Was blickst du träumend ins verwölkte Land?
Ich gab mein Herz in deine schöne Hand.
Es ist so voll von ungesagtem Glück,
So heiß - hast du es nicht gefühlt?
Mit fremdem Lächeln gibst du mir’s zurück.
Ein sanfter Schmerz … Es schweigt. Es ist gekühlt.
H. Hesse

www.dieter-preckel.de
Ich denke an:
Ein Dörfchen schlicht in des Friedens Prangen,
drin Hahnengeschrei;
und dieses Dörfchen verloren gegangen
im Blütenschnee.
Und drin im Dörfchen mit Sonntagsminen
ein kleines Haus;
ein Mädchenkopf nickt aus den Tüllgardinen
verstohlen heraus.
Rasch auf die Türe, die angelheiser
um Hilfe ruft.-
und dann in der Stube, ein leiser, leiser
Lavendelduft……..
R.M. Rilke
Komm gleich nach dem Sonnenuntergange,
sieh das Abendgrün des Rasengrunds;
ist es nicht, als hätten wir es lange
angesammelt und erspart in uns,
um es jetzt aus Fühlen und Erinnern,
neuer Hoffnung, halbvergeßnem Freun,
noch vermischt mit Dunkel aus dem Innern,
in Gedanken vor uns hinzustreun
unter Bäume wie von Dürer, die
das Gewicht von hundert Arbeitstagen
in den überfüllten Früchten tragen,
dienend, voll Geduld, versuchend, wie
das, was alle Maße übersteigt,
noch zu heben ist und hinzugeben,
nur das Eine will und wächst und schweigt.
R.M. Rilke
Empfange nun von manchem Zweig ein Winken,
als sei`s ein Grüssen oder Wiedersehn;
und, wie die Schalen, draus die Vögel trinken,
lass selbst den Regen spiegelnd in dir stehn.
Nichts geht verloren, alles giebt sich weiter.
Wer es im Innersten begreift der steigt,
und oben ist das Ende seiner Leiter
ans Gleichgesinnte sicher angeneigt.
R.M. Rilke
Wenns Frühling wird
Die ersten Keime sind, die zarten,
im goldnen Schimmer aufgesprossen;
schon sind die ersten der Karossen
im Baumgarten.
Die Wandervögel wieder scharten
zusamm sich an der alten Stelle,
und bald stimmt ein auch die Kapelle
im Baumgarten.
Der Lenzwind plauscht in neuen Arten
die alten, wundersamen Märchen,
und draußen träumt das erste Pärchen
im Baumgarten.
R.M. Rilke
Herbsttag
Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.
Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gieb ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.
Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.
R.M. Rilke
Ich möchte dir ein Liebes schenken,
das dich mir zur Vertrauten macht:
aus meinem Tag ein Deingedenken
und einen Traum aus meiner Nacht.
Mir ist, daß wir uns selig fänden
und daß du dann wie ein Geschmeid
mir löstest aus den müden Händen
die niebegehrte Zärtlichkeit.
R. M. Rilke
Abendgespräch
Was blickst du träumend ins verwölkte Land?
Ich gab mein Herz in deine schöne Hand.
Es ist so voll von ungesagtem Glück,
So heiß - hast du es nicht gefühlt?
Mit fremdem Lächeln gibst du mir’s zurück.
Ein sanfter Schmerz … Es schweigt. Es ist gekühlt.
H. Hesse
Ich denke an:
Ein Dörfchen schlicht in des Friedens Prangen,
drin Hahnengeschrei;
und dieses Dörfchen verloren gegangen
im Blütenschnee.
Und drin im Dörfchen mit Sonntagsminen
ein kleines Haus;
ein Mädchenkopf nickt aus den Tüllgardinen
verstohlen heraus.
Rasch auf die Türe, die angelheiser
um Hilfe ruft.-
und dann in der Stube, ein leiser, leiser
Lavendelduft……..
R.M. Rilke
Komm gleich nach dem Sonnenuntergange,
sieh das Abendgrün des Rasengrunds;
ist es nicht, als hätten wir es lange
angesammelt und erspart in uns,
um es jetzt aus Fühlen und Erinnern,
neuer Hoffnung, halbvergeßnem Freun,
noch vermischt mit Dunkel aus dem Innern,
in Gedanken vor uns hinzustreun
unter Bäume wie von Dürer, die
das Gewicht von hundert Arbeitstagen
in den überfüllten Früchten tragen,
dienend, voll Geduld, versuchend, wie
das, was alle Maße übersteigt,
noch zu heben ist und hinzugeben,
nur das Eine will und wächst und schweigt.
R.M. Rilke
Empfange nun von manchem Zweig ein Winken,
als sei`s ein Grüssen oder Wiedersehn;
und, wie die Schalen, draus die Vögel trinken,
lass selbst den Regen spiegelnd in dir stehn.
Nichts geht verloren, alles giebt sich weiter.
Wer es im Innersten begreift der steigt,
und oben ist das Ende seiner Leiter
ans Gleichgesinnte sicher angeneigt.
R.M. Rilke
Wenns Frühling wird
Die ersten Keime sind, die zarten,
im goldnen Schimmer aufgesprossen;
schon sind die ersten der Karossen
im Baumgarten.
Die Wandervögel wieder scharten
zusamm sich an der alten Stelle,
und bald stimmt ein auch die Kapelle
im Baumgarten.
Der Lenzwind plauscht in neuen Arten
die alten, wundersamen Märchen,
und draußen träumt das erste Pärchen
im Baumgarten.
R.M. Rilke
Herbsttag
Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.
Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gieb ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.
Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.
R.M. Rilke
Ich möchte dir ein Liebes schenken,
das dich mir zur Vertrauten macht:
aus meinem Tag ein Deingedenken
und einen Traum aus meiner Nacht.
Mir ist, daß wir uns selig fänden
und daß du dann wie ein Geschmeid
mir löstest aus den müden Händen
die niebegehrte Zärtlichkeit.
R. M. Rilke
Der Panther
Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.
Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.
Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille -
und hört im Herzen auf zu sein.
R.M. Rilke
Herbst
Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.
Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.
Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.
Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.
R.M. Rilke
Traumgekrönt
Das war der Tag der weißen Chrysanthemem.
Mir bangte fast vor seiner Pracht…
Und dann, dann kamst du mir die Seele nehmen
Tief in der Nacht.
Mir war so bang, und du kamst lieb und leise,
Ich hatte grad im Traum an dich gedacht.
Du kamst, und leis’ wie eine Märchenweise
Erklang die Nacht.
Rilke
Traumboot
Wir befanden uns,so träumt ich wieder
Du und ich in dem bekränzten Boot.
Und wir blickten bebend vor uns nieder,
denn wir wußten, heben wir die Lider,
bedeutet es den Tod.
Schon verschob der Bug sich um ein kleines,
Taue senkten sich in leiser Hast,
Schleiersegel von der Farbe eines
längst erloschnen, dunkelroten Weines
stiegen auf und hingen um den Mast.
Und ein Windhauch kam wie das Geschehn
einer zarten Traurigkeit
und die Segel füllten sich mit Wehen
und wir wagten es uns anzusehen
und das Boot glitt langsam aus der Zeit.
Manfred Hausmann
Berührung
Dein Auge blieb, da du mir’s zugewandt,
ein Rätselauge, schwer und unbekannt.
Und auch das liebste Wort, das von dir kam,
war von Verhaltenheit verhüllt und Scham.
Doch als du dich, vom Glück des Tags verführt,
zum erstenmal in meinem Arm gerührt,
so fragend noch und noch so atemlos,
als du zum ersten Male Brust und Schoß,
hinhauchend einen kleinen Klagelaut,
mir unbegreiflich leise anvertraut,
da wußte ich für eines Herzschlags Frist,
wer du, Geliebteste, zu innerst bist.
Zittern
Wenn Du Deine Hüften Du mein Leben,
blassen Schimmer auf dem Lager dehnst,
Deinen Kopf zurück in`s Kissen lehnst,
das die kleinen Brüste sich heben-
wenn Du Deines Haars gelöste Schwärze
langsam von den Schultern streifst
und mit Deiner Hand ins Dunkel greifst,
sanft berührt vom Flimmerduft der Kerze-
was die trunk`nen Blicke auch umfangen,
alles läßt mich, all Dein Spiel und Tun,
all Dein lächelndes und weiches Ruh`n,
in der Seele zittern vor Verlangen.
DSU YI übersetzt von M. Hausmann
Die Schaukel
Die Pfosten bunt und jeder Strick
noch seidenbunter.
Ein Mädchen schwebt berauscht vom Glück
hinauf, hinunter.
Jetzt streift Ihr Rock die Erde fast
mit weichem Wellenwiegen,
und jetzt will sie in trunkner Hast
empor zum Himmel fliegen.
Und immer, wenn die Stricke licht
ins Grüne steigen,
flirrt um ihr lächeldes Gesicht
ein Blütenreigen.
Sie blickt, wie sie nun innehält,
so fremd und so benommen,
als sei sie aus der Feenwelt
des Mondes herabgekommen.
Hung DjÜÄ Fan übersetzt von M. Hausmann
Lied
Ein Apfelduft erhellt die Ruhestätte.
Verhalten rauscht die Seide und gelind.
Wen diese Nacht doch nie ein Ende hätte!
Die Nacht in der wir glücklich sind!
Da, horch! Ein Ju-nan Hahn beginnt zu kräh`n.
dabei war`s eben erst doch Mitternacht.
Die großen Sterne sind ja noch zu sehn.
Er aber kräht und kräht. Die Stadt erwacht.
HSÜ Ling übersetzt von M. Hausmann
Sommermittag
Nun ist es still um Hof und Scheuer,
Und in der Mühle ruht der Stein;
Der Birnenbaum mit blanken Blättern
Steht regungslos im Sonnenschein.
Die Bienen summen so verschlafen;
Und in der offnen Bodenluk’,
Benebelt von dem Duft des Heues,
Im grauen Röcklein nickt der Puk.
Der Müller schnarcht und das Gesinde,
Und nur die Tochter wacht im Haus;
Die lachet still und zieht sich heimlich
Fürsichtig die Pantoffeln aus.
Sie geht und weckt den Müllerburschen,
Der kaum den schweren Augen traut:
»Nun küsse mich, verliebter Junge;
Doch sauber, sauber! nicht zu laut.«
T. Storm
Die Zärtlichkeiten
Ich liebe jene ersten bangen Zärtlichkeiten,
Die halb noch Frage sind und halb schon Anvertraun,
Weil hinter ihnen schon die anderen Stunden schreiten,
Die sich wie Pfeile wuchtend in das Leben baun.
Ein Duft sind sie, des Blutes flüchtigste Berührung,
Ein rascher Blick, ein Lächeln, eine leise Hand –
Sie knistern schon wie rote Funken der Verführung
Und stürzen Feuergraben in der Nächte Band.
Und sind sie doch seltsam süß, weil sie im Spiel gegeben
Noch sanft und absichtslos und leise nur verwirrt,
Wie Bäume, die dem Frühlingswind entgegenbeben,
Der sie in seiner harten Faust zerbrechen wird.
Stefan Zweig
Erinnerung
Der Abend kam. Die Schatten fielen.
Rings an den Fenstern ward es hell.
Die Kleine, müd vom Lauf und Spielen,
lag mir am Fuß im Bärenfell.
Die nackten Beinchen hochgezogen,
hilt sie in kleiner Hand den Stift
und füllte meinen schönsten Bogen
mit Häkchen einer Runenschrift.
Rings war’s so still, wie zum Gebete;
der ems’ge Stift nur raschelt leis…
Es schrieb kein Dichter und Prophete
sein Weisheitsbuch mit größrem Fleiß!
Da plötzlich schmeichelnd mit den lieben
Äuglein mein Kindchen zu mir schlich:
“Weißt du, Papa, was ich geschrieben?”
“Ein Briefchen?” - “Ja.” - “An wen?” - “An dich!”
“Goldkind, an mich? Was steht darinnen?
Der Abend macht die Augen trüb…”
Und sie, nach lächelndem Besinnen:…
“Daß ich dich lieb hab’, furchtbar lieb!”
Es floß ein letzter Sonnenschimmer
ums Köpfchen ihr mit goldnem Hauch -
“Das schreibst du mir im selben Zimmer?
Sag’s mir doch laut, dann weiß ich’s auch.”
Da sah mich an das kleine Wesen
und reicht’ das Blatt mir lächelnd hin:
“Behalt’s, Papa, dann kannst du’s lesen,
wenn ich mal nicht im Zimmer bin…”
…..O bittres Wort aus lieben Zeiten,
das du der Sehnsucht Flügel leihst!
Es schlug die Stunde längst zum Scheiden,
und dieses Zimmer ist verwaist.
Von deinem Jauchzen, deinem Lieben,
von all dem, was sie nie vergißt,
ist nur ein Blatt zurückgeblieben,
das wirr und kraus bekritzelt ist…..
Rudolf Presber
Mittagszauber
Im Garten wandelt hohe Mittagszeit,
der Rasen glänzt, die Wipfel schatten breit;
von oben sieht, getaucht in Sonnenschein
und leuchtend Blau, der alte Dom herein.
Am Birnbaum sitzt mein Töchterchen im Gras;
die Märchen liest sie, die als Kind ich las;
ihr Antlitz glüht, es ziehn durch ihren Sinn
Schneewittchen, Däumling, Schlangenkönigin.
Kein Laut von außen stört; ’s ist Feiertag —
nur dann und wann vom Turm ein Glockenschlag!
Nur dann und wann der mattgedämpfte Schall
im hohen Gras von eines Apfels Fall!
Da kommt auf mich ein Dämmern wunderbar,
gleichwie im Traum verschmilzt, was ist und war:
die Seele löst sich und verliert sich weit
ins Märchenreich der eignen Kinderzeit.
Emanuel Geibel
Geschrieben in Lyrik | Keine Kommentare »
Obst und Gemüse stark belastet
27.10.2008 von michael.

Druck auf die Branche: Verbraucherschutz rät zum Kauf von Bio-Produkten.
Mehr Pestizid als erlaubt!
In fast allen Produkten finden staatliche Lebensmittelkontrolleure Pestizide. Verbraucherschützer fordern mehr Kontrolle und die Benennung schwarzer Schafe. VON JOST MAURIN
Obst und Gemüse aus konventionellem Anbau ist oft stark mit Pestiziden belastet. In Kopfsalat, Äpfeln, Zuchtchampignons sowie Grün- und Wirsingkohl lagen die Rückstände 2007 häufig sogar über den vom Gesetz erlaubten Höchstmengen. Einige Proben waren so gifthaltig, dass schon “bei einmaligem Verzehr gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht auszuschließen sind”, wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittel am Montag in Berlin mitteilte. Grundlage ist eine repräsentative Studie, deren Daten die Bundesländer erheben.
Demnach war vor allem Grünkohl besonders stark mit Gift durchsetzt: 20 Prozent enthielten mehr Pestizide als vom Gesetz erlaubt. Bei Pfirsichen betrug die Quote 12 Prozent, bei Kopfsalat 9,5 Prozent.
Geschrieben in Verbraucher, Medienspiegel | Keine Kommentare »
Zocker wussten von Nobelpreisgewinner Le Clézio
12.10.2008 von michael.

Undichte Stellen im Nobelpreiskomitee?
Vor der Vergabe des diesjährigen Literaturnobelpreises schossen die Wetteinsätze für den späteren Gewinner J.M.G. Le Clézio in die Höhe. Zocker wussten anscheinend, wer Preisträger sein würde. Nicht zum ersten Mal.
Stockholm - Wie der Sekretär der Schwedischen Akademie, Horace Engdahl, am Freitag in der Zeitung “Dagens Nyheter” bestätigte, soll nach “undichten Stellen” unter den Eingeweihten gefahndet werden: “Das sieht wirklich nicht gut aus. Wenn hier wirklich krumme Sachen passiert sind, müssen wir unsere Sicherheitsmaßnahmen weiter verschärfen.”
http://www.spiegel.de
Geschrieben in Medienspiegel | Keine Kommentare »
Keine Hilfe für die Banken!
11.10.2008 von michael.

Die Verluste der Geldhäuser dürfen nicht vom Staat beglichen werden. Mit jeder Hilfe wird die Saat für die nächste Attacke der Gierigen gelegt.
Wenn ich der Bank 1000 Euro schulde, habe ich ein Problem; schulde ich ihr eine Million, hat sie es. Und bilanziert eine Pleite-Bank wie Bear Stearns 33 Dollar Miese für jeden Dollar auf der Kante, dann zittert die ganze Welt, weil »Bear Stearns« bloß ein Kürzel ist, hinter dem Hunderte anderer Institute stehen – von UBS (Schweiz) bis IKB (Deutschland). Das ist der Kern der Krise in einem Absatz.
von Josef Joffe
Geschrieben in Medienspiegel | Keine Kommentare »
Gesucht: Ein Bayrischer Supermann!
5.10.2008 von michael.
Günter Beckstein
Wer wird in Bayern neuer Chef der CSU?
Jung soll er sein und erfahren, bloß nicht zu altklug, lieber glaubwürdig und bürgernah aber auch ein bischen bauernschlau, um sich in Berlin durchsetzen zu können. Also ein typischer Bayrischer Supermann. Drei Kandidaten ringen nun um die Nachfolge des netten Günter Beckstein.
Joachim Herrmann
Horst Seehofer
Thomas Goppel
Foto Quelle: www.focus.de / www.stern.de / www.sueddeutsche.de / www.dielinke-straubing.de
Geschrieben in News | Keine Kommentare »
Mitleid
4.10.2008 von michael.
Unser “Mitgefühl” als Lösungsansatz für Mensch und Tier!

Die Mitleids Ethik, die ein sehr wesentlicher Teil der Philosophie Schopenhauers ist, wird von den meisten Menschen bespöttelt Sie offenbaren damit nur ihren eigenen Mangel an Mitgefühl und die Tatsache, dass sie Schopenhauers Philosophie in ihrer Tiefe nicht verstanden haben.
Schopenhauer und die “soziale Frage”
Schopenhauer wurde besonders von marxistischer Seite immer wieder vorgeworfen, dass er vermögend sei und ihn Not und Elend der Ausgebeuteten mehr oder weniger unberührt gelassen hätten. Abgesehen davon, dass manche Führer der marxistischen Bewegung reicher waren und komfortabler lebten als Schopenhauer, ist dieser Vorwurf unberechtigt, ja oft sogar böswillig:
Schopenhauer war sich der sozialen Frage durchaus bewusst, nur er sah ihre Lösung nicht in Klassenkampf und Revolution, also in Gewalt und Blutvergießen. Vor allem die Geschichte der letzten 100 Jahre gibt Schopenhauer Recht, und zwar in furchtbarer Weise.
siehe Philosophie
http://www.schopenhauer-buddhismus.de
Geschrieben in Mitleid | Keine Kommentare »
Mitleid
4.10.2008 von michael.
Weltweit stirbt jede 5 Sekunden ein Kind wegen Wassermangel oder fehlender sanitärer Einrichtungen!

www.diegeneration.net
“Eine Schande für die Menschheit”
UNO verzeichnet mehr als 850 Millionen Hungernde!
Allen Kampfansagen gegen die Armut zum Trotz ist die Zahl der hungernden Menschen weltweit auf 852 Millionen gestiegen. Alle fünf Sekunden stirbt ein Kind an Unterernährung und Krankheiten, deren sich sein schwacher Körper nicht erwehren kann, heißt es in dem jüngsten Bericht des UNO-Sonderbeauftragten Jean Ziegler.
www.heute.de
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Mitleid
3.10.2008 von michael.
Mitleid ist die Teilnahme an fremdem Schmerz und Leid eines anderen.
Es unterscheidet sich vom bloßen Miterleben durch die Bereitschaft, aktiv zu helfen und dem anderen bei der Bewältigung das Leids zur Seite zu stehen.
Mitleid erscheint als Gegenstand der Literatur bereits in der “Ilias” von Homer als Wendepunkt der Handlung, wenn Achill von seinem Zorn lässt und dem Priamos auf dessen Bitte den Leichnam seines Sohnes Hektor übergibt. Es gilt in den meisten Philosophien und Religionen als positive Eigenschaft oder Tugend. Im Christentum ist Mitleid die Voraussetzung für Barmherzigkeit (Misericordia) und damit wesentlicher Bestandteil tätiger Nächstenliebe. Im Mahayana-Buddhismus ist Mitleid das zentrale Motiv, das Bodhisattvas auf die eigene Erleuchtung verzichten lässt, um Menschen auf den Weg zu dieser voranzuhelfen.
Einfühlungsvermögen und Mitgefühl helfen, persönliche Beziehungen zu bilden und auch zu erhalten. Diese so genannte Empathie ermöglicht es einem Menschen nachzuvollziehen, wie sich ein anderer fühlt, der traurig oder glücklich ist. Auf welchen neurologischen Vorgängen diese unbewusste Fähigkeit des Menschen basiert, ist jedoch noch weitgehend unbekannt
http://www.wissenschaft.de
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Missstand in der Altenpflege
2.10.2008 von michael.



Wer petzt, fliegt raus!
Brigitte Heinisch hat ein Buch über ihren Kampf für eine menschliche Pflege geschrieben. Die Fakten sind hart. Doch die Regierung sorgt nicht genug für einen Schutz solcher Whistleblower. VON MARIA KLEINSCHROTH
Sie ist Ossi, sie ist eine Heldin, ein streitsüchtiger Dickschädel, sie hat ihren Arbeitgeber leichtfertig angezeigt. Das kann man hören, wenn man Ex-Kollegen oder etwa das Landesarbeitsgericht Berlin über Brigitte Heinisch befragt. Eigentlich aber ist sie Altenpflegerin. Und Whistleblower, wie sich das neudeutsch nennt. Whistleblower sind Menschen, die einen Missstand bei ihrem Betrieb oder ihrer Behörde melden - und zwar nicht, um persönlich Nutzen daraus zu ziehen.
Geschrieben in Medienspiegel | Keine Kommentare »
Tango Korrupti
1.10.2008 von michael.

Das Kartell der Kassierer von CDU und SPD
Wohin der Blick in Köln auch fällt: Korruption breitet sich metastasenartig aus. Beamte und Angestellte werden bestochen, Manager leiten Riesensummen in die eigene Tasche, und unsere Kommunalpolitiker werden „beatmet“, wie Schmieren im Jargon der Eingeweihten heißt.
http://www.pro-koeln-online.de
Geschrieben in Medienspiegel | Keine Kommentare »